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Klimakompressor im Fokus

(Aus Newsletter No. 79 | April 2017)


Was auf den ersten Blick einfach wirkt, hat in der Praxis seine Tücken. Tipps, um beim Kompressoreinbau Folgefehler zu vermeiden.

Der Klimakompressortausch gilt als die zweithäufigste und kostenintensivste Reparatur an der Fahrzeugklimaanlage mit der höchsten Garantiequote. Insbesondere bei der Analyse, warum ein Kompressor ausgefallen ist, sollten wichtige Punkte beachtet werden, um sämtliche Ursachen des Kompressorschadens beseitigen zu können.

Bei einem Kompressorschaden sollte in jedem Fall geprüft werden, ob sich die Kompressorwelle dreht oder ob ein Problem an der Magnetkupplung beziehungsweise dem Überlastschutz bei permanent angetriebenen Kompressoren vorliegt. Auch ein fehlerhaft angesteuertes Regelventil eines extern geregelten Kompressors kann Ursache für mangelhafte Kältemittelförderung sein und in der Folge zur Beschädigung des Kompressors führen. Macht ein Kompressor Geräusche, deutet dies darauf hin, dass die notwendige Einlaufphase von zwei bis drei Minuten im Leerlauf nicht eingehalten oder bei zu hoher Drehzahl durchgeführt wurde. Und auch die Frage, wie schmutzig die Klimaanlage ist, steht im Raum. Schmutzpartikel im Klimakreislauf können nur durch gründliches Spülen des gesamten Systems entfernt werden. Da bei einem Defekt des Kompressors vielfach von einer Verschmutzung des Systems (Abrieb, Späne) ausgegangen werden muss, ist das Spülen des Systems beim Austausch dieser Komponente absolut unerlässlich.

In jedem Bauteil der Klimaanlage befindet sich Kältemittelöl. In der Fahrzeugklimaanlage zirkuliert das Öl, sodass sich das Kompressoröl in der Klimaanlage verteilt. Ca. 30 bis 50 Prozent der Ölmenge sind im Kompressor, der Rest befindet sich im Kreislauf. Das Öl wird im Falle einer Reparatur mit dem ausgetauschten Bauteil entfernt. Da ein und derselbe Kompressor eventuell für verschiedene Fahrzeuge bzw. Systeme verwendet werden kann, sollte die Ölfüllmenge vor der Montage desKompressors geprüft bzw. korrigiert werden. Hierzu muss das gesamte Öl abgelassen und aufgefangen werden. Im Anschluss daran ist der Kompressor mit der gesamten vom Fahrzeughersteller vorgegebenen Ölmenge (Systemölmenge) neu zu befüllen. Als hilfreich erweist sich hierzu das Füllmengen-Handbuch von Behr Hella Service, worin die entsprechenden Angaben zur Systemölfüllmenge zu finden sind.

Beim Kompressortausch muss das Klimasystem gespült werden, um Verunreinigungen und Fremdbestandteile aus dem System zu entfernen. Sollten trotz Spülen Verunreinigungen im Kreislauf zurückbleiben, können Schäden durch den Einsatz von Filtersieben in der Saugleitung vermieden werden. Denso empfiehlt, vor dem Einbau des neuen Kompressors das Spaltmaß der Magnetkupplung zu kontrollieren. Es muss gleichmäßig entlang der gesamten Kreislinie mit einem Spaltmaß von 0,4 mm bis 0,6 mm verlaufen. Zudem raten die Klimaexperten zum systematischen Drehen des Kompressors von Hand – etwa zehnmal. Das sorgt vor dem Einbau für eine gleichmäßige Verteilung des Öls und vermeidet so Schläge beim Anlaufen.

Dann kann der neue Kompressor eingebaut werden. Beim Anziehen von Schrauben und Muttern sollte immer das korrekte Anzugsdrehmoment gemäß den Fahrzeugspezifikationen angewendet und anschließend geprüft werden, ob der Riemen fluchtet.

Nach dem Einbau des Kompressors und dem Neubefüllen des Kältemittelkreislaufs sollte zuerst der Motor gestartet und für einige Minuten bei Leerlaufdrehzahl betrieben werden.

Das Kältemittel wird grundsätzlich nur über die Klima-Servicestation über den hochdruckseitigen Serviceanschluss in der vom Fahrzeughersteller vorgegebenen Menge und Spezifikation befüllt, um Kältemittelschläge im Kompressor zu vermeiden.

Hier ist anzumerken, dass Kompressorschäden einerseits durch Kältemittelmangel hervor gerufen werden können. Andererseits gilt es aber auch, eine Überfüllung zu vermeiden. Diese kann in extremen Fällen nämlich ebenfalls zu Schäden am Kompressor führen.


Quelle: amz Auto|Motor|Zubehör, Ausgabe 3/März 2017, Autor: Chefredakteur Jürgen Rinn