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Ursachen von Radlagerschäden und Maßnahmen

(Aus Newsletter No. 69 | Dezember 2015)


Moderne Radlager sind auf eine maximale Lebensdauer ausgelegt. Bei optimalen Bedingungen können sie eine erhebliche Laufleistung erzielen. Es gibt jedoch verschiedene Störeinflüsse, die zu einem vorzeitigen Radlager-Ausfall führen können. Schaeffler Automotive Aftermarket zeigt diese auf und erklärt, welche Maßnahmen zu ergreifen sind.

Radlager gehören zu den wichtigen Bauteilen in Kraftfahrzeugen und tragen zu einem komfortablen und sicheren Fahrverhalten bei. Sie sind den verschiedensten Beanspruchungen ausgesetzt: beispielsweise hohen Raddrehzahlen, schlechten Straßenbedingungen oder extremen Witterungsbedingungen. Insbesondere harte Schläge durch Bordsteinrempler verursachen Wälzkörpereindrücke und beschädigen das Radlager. Die Folge ist ein erhöhtes Geräuschaufkommen, das sich kontinuierlich steigert – bis hin zum Totalausfall des Radlagers. Zudem können eine fehlerhafte Montage, ein falsch ausgewähltes und eingebautes Radlager oder Probleme in der Produkt-/Radlagerumgebung die Funktionsweise des Radlagers deutlich beeinträchtigen.

Um den sicheren Umgang mit Radlagern zu gewährleisten, sind Faktoren wie der Fahrzeugzustand, die Bauteilumgebung und die Sauberkeit zu beachten sowie entsprechendes Spezialwerkzeug unbedingt zum Einsatz zu bringen. Sämtliche Arbeiten an Sicherheitsbauteilen sind ausschließlich durch geschultes Fachpersonal auszuführen.

Ebenso ist der Zugriff auf die aktuellen technischen Daten der Fahrzeughersteller unerlässlich. Ein- und Ausbauanleitungen, sowie Service- und Produktinformationen stehen dem Nutzer im Onlineportal www. repxpert.de zur Verfügung.

Das Risiko vorzeitiger Radlager-Ausfälle soll bei fachgerechter Montage und unter Berücksichtigung der entsprechenden Hinweise auf ein Minimum reduziert sein. Wälzlagerschäden sind in erster Linie an einem veränderten Betriebsverhalten zu erkennen. Bei der Untersuchung geschädigter Lager kann der Fachmann die unterschiedlichsten Merkmale feststellen.

Um die jeweilige Ausfallursache zu analysieren, reicht es jedoch meist nicht aus, nur das Lager als solches zu begutachten. Vielmehr sind die Umgebungsbauteile, die Schmierung und Abdichtung sowie Betriebs- und Umweltbedingungen zu berücksichtigen. Ein fundiertes technisches Wissen, fahrzeugspezifische Kenntnisse sowie ein strukturiertes Vorgehen sind Grundvoraussetzungen für die Diagnose und Beurteilung von Wälzlagerschäden.

Radlager-Schadensbilder: Korrosion

Eindringende Feuchtigkeit gehört zu den häufigsten Ausfallursachen von Wälzlagern. Eine zwangsläufige Folge von eindringender Feuchtigkeit ist die Korrosionsbildung. Hierbei unterscheidet der Experte zwischen einsatzbedingter, äußerlicher Korrosion und Folgekorrosion aufgrund von Schadensursachen wie Montagefehler, Handling, etc.

Dringt Feuchtigkeit in das Radlager ein, kann dies zu einer Überhitzung des Lagers sowie zur Korrosionsbildung führen. Zudem wird die Beschaffenheit des Wälzlagerfettes durch die Feuchtigkeit beeinflusst. Maßnahmen gegen eindringende Feuchtigkeit sind zum Beispiel das Sicherstellen einer ordnungsgemäßen Funktion der Umgebungsbauteile, das Vermeiden von Hochdruckreinigereinsätzen bei der Durchführung von Reinigungsmaßnahmen, die Beachtung von Montagehinweisen des Herstellers sowie die Beachtung der Sauberkeit bei der Handbefettung, die Verwendung von geeignetem, nicht verunreinigten Schmierstoff sowie die Sicherstellung der Sauberkeit der Umgebungsbauteile während der Montage.

Radlager-Schadensbilder: Umgebungsbauteile

Fehler im Bereich der Umgebungsbauteile, wie beispielsweise der Achsträger, können zu einem verfrühten Radlager-Ausfall führen. Dennoch vernachlässigen viele Werkstätten die Umgebungsbauteile häufig bei der Beurteilung eines Radlager-Schadens, berichtet Schaeffler Automotive Aftermarket.

Aus diesem Grund ist die einwandfreie Funktion der Umgebungs- beziehungsweise Achsbauteile vor der Montage des Radlagers sicherzustellen, zudem ist der Radträger auf Ovalverformung zu prüfen. Denn eine unsachgemäße Passungssituation beziehungsweise eine Ovalverformung kann in einem schlechten Lagersitz, in eindringender Feuchtigkeit und Geräuschaufkommen resultieren.

Der Austausch eines Radlagers ist auch dann erforderlich, wenn eine mechanische Beschädigung am ABS-Kabel vorliegt, erklärt das Unternehmen. Mechanische Beschädigungen können auftreten, wenn die Montage nicht gemäß den Herstellervorgaben erfolgt ist, wie zum Beispiel eine nicht ordnungsgemäße Verlegung des ABS-Kabels, so dass dieses in Kontakt mit beweglichen Teilen gekommen ist. Bemerkbar macht sich dies durch Fehler im ABS-System. Ferner soll auch die Funktion des ABS-Systems dann nicht mehr gewährleistet sein.

Radlager-Schadensbilder: Mechanische Beschädiung/Montagefehler

Eine unsachgemäße Montage soll oft zu einem verfrühten Ausfall eines Radlagers führen. Deshalb sind die Verwendung von Spezialwerkzeug und die Beachtung der Installationshinweise, respektive der Vorschriften des Herstellers, unbedingt erforderlich.

Zu den Montagefehlern zählt eine unsachgemäße Einstellung der Radlager, was zu deren Heißlaufen führen kann. Ebenso kann durch eine fehlende oder beschädigte Fett- beziehungsweise Staubkappe Feuchtigkeit in das Radlager eindringen, dass das Wälzlagerfett beeinflusst und Korrosion verursacht.

Zudem gilt es – vor dem Ausbau eines Radlagers – unbedingt sicherzustellen, dass dieses auch tatsächlich von einem Defekt betroffen ist. Denn Geräusche aus dem Fahrwerksbereich sind vielfältig und können unterschiedliche Ursachen haben, wie zum Beispiel defekte Stoßdämpfer, Federbeinlager, Reifen und Gelenke. Umso ärgerlicher ist es, wenn ein Fachmann das Radlager fälschlicherweise ausbaut. Denn der Fehler ist seitens der Kundenbeanstandung dann nicht behoben, auch eine Rückerstattung der Kosten ist nicht möglich.

Handling

Radlager sind schon lange Datenlieferanten für das ABS. Ein Fehler im ABS kann also auch am Radlager beziehungsweise an den dazugehörigen Sensoren zu suchen sein. Folglich kann ein unsachgemäßes Handling Funktionseinschränkungen verursachen. Bei mechanischen Beschädigungen oder einer defekten ABS-Codierung können Fehler im Antiblockiersystem auftreten, zudem ist die Funktion des ABS nicht mehr gewährleistet. Deshalb sollte der Fachmann beim Austausch des Radlagers unbedingt auf die Einbaurichtung des Lagers achten.

Bei einem Radlager mit integriertem Impulsgeberring ist die korrekte Einbaurichtung des Lagers mittels einer FAG-Detektorkarte einfach zu bestimmen. Ferner ist bei Radlagern zu beachten, dass es bei unsachgemäßem Vorgehen auch zu einer Beschädigung, bis hin zu einem Bruch des ABS-Kabels kommen kann. Deshalb sollten Werkstattprofis das Lager keinesfalls am ABS-Kabel transportieren. Auch beim Umgang mit Sensorikbauteilen ist Vorsicht geboten.

Generell empfiehlt Schaeffler Automotive Aftermarket einen achsweisen Wechsel der Radlager, um die Sicherheit der Insassen zu gewährleisten und das Fahrzeug zu schonen.


Quelle: amz - auto|motor|zubehör Nr. 7-8 2015, Fotos: Schaeffler Automotive Aftermarket