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Ursachen für Schäden am Klimakompressor

(Aus Newsletter No. 65 | Mai 2015)


Bei der Analyse, warum ein Kompressor ausgefallen ist, sind wichtige Punkte zu beachten, um sämtliche Ursachen des Kompressorschadens zu beseitigen. Die Fachzeitschrift amz zeigt, worauf zu achten ist, um teure Folgeschäden zu vermeiden und welchen Reparaturverfahren dabei in Frage kommen.

Der Slogan “Klimaanlagen sind wartungsfrei” ist Schnee von gestern. Das Fahrzeugklimasystem muss regelmäßig gewartet werden. Jährlich gehen bis zu zehn Prozent des Kältemittels aus dem System auf natürliche Art und Weise durch Schläuche und Verbindungselemente verloren, wissen Experten zu berichten. Dadurch lässt die Kühlleistung schon nach drei Jahren spürbar nach. Darüber hinaus dient das Kältemittel, das durch das Klimasystem zirkuliert, als Trägermedium für das sich ebenfalls im System befindliche Öl. Das wiederum benötigt der Klimakompressor zur Schmierung. Es besteht demnach Wartungsbedarf. Prophylaxe wirkt sich auf lange Sicht wesentlich günstiger aus als teure Reparaturen. Diese Argumente sollte man dem Kunden immer wieder vor Augen führen. Denn der Klimakompressortausch ist die zweithäufigste und kostenintensivste Reparatur an der Fahrzeugklimaanlage und weist die höchste Garantiequote auf.


Warum ist der Kompressor ausgefallen?

Als Ursachenforschung bei einem Kompressorschaden sollte geprüft werden, ob sich die Kompressorwelle dreht oder ein Problem an der Magnetkupplung beziehungsweise dem Überlastschutz bei permanent angetriebenen Kompressoren vorliegt. Auch ein fehlerhaft angesteuertes Regelventil eines extern geregelten Kompressors kann Ursache für mangelhafte Kältemittelförderung sein und in der Folge zur Beschädigung des Kompressors führen. Macht ein Kompressor Geräusche, deutet dies darauf hin, dass die notwendige Einlaufphase von zwei bis drei Minuten im Leerlauf nicht eingehalten oder bei zu hoher Drehzahl durchgeführt wurde.


Ausbau des schadhaften Kompressors

Zunächst muss das Kältemittel vollständig aus dem Klimasystem abgesaugt werden. Durch eine Evakuierung der Klimaanlage lassen sich eventuell verbliebene Kältemittelreste nach rund fünf Minuten ebenfalls aus der Anlage entfernen. Beim Absaugen wird dem Klimakreislauf auch immer im Kältemittel enthaltenes Kompressoröl entzogen. Dieses muss an der Servicestation abgelassen und dessen Menge genau dokumentiert werden, um später eine korrekte Wiederbefüllung zu gewährleisten.



Der Austausch des Kompressors macht eine hundertprozentige Reinigung des gesamten Klimasystems und den Austausch von Verbrauchsmitteln erforderlich. Beim Ablassen des Altöls aus dem defekten Kompressor sollte nicht mehr als die Hälfte der Gesamtmenge herausfließen. Ansonsten muss man von einer vorhandenen Überfüllung ausgehen, die beim Klimaservice durch zu viel Beigabe von Kompressoröl oder UV-Kontrastmitteln verursacht wurde. Eine Beimischung von UV-Kontrastmittel bis maximal fünf Prozent der Gesamtölfüllmenge kann nach Angaben von Klimaexperten toleriert werden.

Ist ein Kompressortausch notwendig, wird vielfach auch der Ersatz weiterer Komponenten im Klimasystem erforderlich. Die Überprüfung des ausgebauten Kompressors und ein Blick in die Klimaleitungen geben hier Aufschluss. Um vermeidbare Folgeschäden auszuschließen, kommt es bei allen Arbeiten am Klimakreislauf auf äußerste Sorgfalt und absolute Sauberkeit an.


Wie schmutzig ist die Klimaanlage?

Bei der Ursachenanalyse geben zwei Fragen die entscheidenden Hinweise: Warum ist der Kompressor ausgefallen? Und wie schmutzig ist die Klimaanlage? Grundsätzlich kommen vier unterschiedliche Reparaturverfahren in Frage. Um zu prüfen, welches Reparaturverfahren anzuwenden ist, richtet sich danach, wie sauber der Kältekreislauf ist. Dazu müssen nach Entfernen des alten Kompressors Ansaugöffnung, Auslassöffnung und Auslassschlauchüberprüft werden. Angenommen die Anlage, also Hochdruck- und Saugseite sind sauber, dann ist das Kältemaschinenöl klar (durchsichtig) und keine Ablagerungen sowie mechanische Abriebe sind vorhanden. Zudem befindet sich der richtige Öltyp im Kreislauf. Die richtige Menge und Art des UV-Leckfarbstoffs wird verwendet und auch sonst befinden sich keine anderen Additive im Kältekreislauf. In diesem Fall ist eine Spülung der Klimaanlage nicht erforderlich. Neben dem Kompressor müssen nur noch der Filtertrockner beziehungsweise die Trocknerkartusche und der O-Ringsatz ausgetauscht werden. Ist es ein Klimasystem mit Festdrossel, werden mit dem Klimakompressor Festdrossel und Saugakkumulator (Trockner) getauscht.


Auf richtiges Öl und Ölmenge achten

Ein anderer Fall wäre: Die Anlage weist keine mechanischen Abriebe auf, die abgelassene Ölmenge aus dem ausgebauten Kompressor ist aber nicht korrekt. Diese sollte zwischen 30 bis 40 Prozent der Gesamtölmenge der Klimaanlage betragen. Ist zu wenig Öl im System, kann dies zur Überhitzung von Öl und Kompressor führen. Ist zu viel Öl im System, kann es zu einem Flüssigkeitsschlag führen. Zudem ist auf die richtige Ölsorte zu achten. Ölvermischungen durch Universal- beziehungsweise Mehrbereichsöle oder irgendwelche Zusatzstoffe in der Klimaanlage führen zwangsläufig zur Veränderung der Ölviskosität und der Ölkonsistenz. Dies verschlechtert die Schmierung, beschädigt Dichtungen und beeinträchtigt die Lebensdauer des Kompressors. Daher sollte man das abgelassene Öl in einem sauberen Glas begutachten. Deshalb muss die Anlage gespült werden, um überschüssiges oder falsches Öl oder nicht zugelassene Additive zu entfernen. Für das Spülen des Kältekreislaufs wird der Einsatz einer Spülvorrichtung mit Kältemittel empfohlen. Die Verwendung einer Klimaanlagen-Servicestation wird nicht empfohlen, da die Menge des Kältemittels bei diesem Spülprozess nicht ausreicht,um eine ölfreie Anlage zu gewährleisten. Nach dem Spülen werden neben dem Kompressor noch der Filtertrockner beziehungsweise die Trocknerkartusche und der O-Ringsatz ausgetauscht. Ist es ein Klimasystem mit Festdrossel, müssen mit dem Klimakompressor Festdrossel und Saugakkumulator (Trockner) getauscht werden.




Reparaturverfahren bei Verunreinigungen

Sind polymere Abriebe (Partikel) im Kältekreislauf gefunden worden, jedoch keine Metallpartikel, ist dies auf einen starken Verschleiß des Auslassschlauchs zurückzuführen. Hier müssen grundsätzlich der Kondensator und der Auslassschlauch mit getauscht werden. Die Anlage muss gespült werden, um erneute Schäden durch zirkulierende Partikel zu verhindern. Das Spülen von Klimasystemen ist eine der wichtigsten Tätigkeiten im Reparaturfalle beziehungsweise bei einem Kompressorschaden. Durch das Spülen werden Verunreinigungen und schädliche Substanzen aus dem Klimakreislauf entfernt. Zudem müssen in diesem Fall neben dem Kompressor folgende Komponenten ausgetauscht werden: O-Ringsatz, Filtertrockner, Trocknerkartusche, Expansionsventil, Festdrossel, Saugakkumulator, Kondensator, Auslassschlauch. Ist es ein Klimasystem mit Festdrossel, müssen mit dem Klimakompressor Festdrossel und Saugakkumulator (Trockner) getauscht werden. Werden jedoch schwarzer Schlamm und Metallpartikel oder Leckstopp im Kältekreislauf gefunden, müssen alle Komponenten ausgetauscht werden, denn eine Reinigung (Spülung) des Kältekreislaufs ist nicht möglich. Das liegt daran, weil während Gummiabriebe nur die Kühlleistung im Verdampfer verringern, führt metallischer Abrieb, der vom Kompressor aus dem Verdampfer angesaugt wird, zum sicheren Kompressorschaden.




Beim Einbau des neuen Kompressors ist zu beachten:

Vor dem Einbau des neuen Kompressors ist grundsätzlich das Spaltmaß der Magnetkupplung zu kontrollieren. Es muss gleichmäßig entlang der gesamten Kreislinie mit einem Spaltmaß von 0,4 bis 0,6 Millimeter verlaufen. Hier raten Klimaexperten zum Drehen des Kompressors von Hand. Das sorgt vor dem Einbau für eine gleichmäßige Verteilung des Öls und vermeidet so Schläge beim Anlaufen. Dann kann der neue Kompressor eingebaut werden.
Beim Anziehen von Schrauben und Muttern sollte immer das korrekte Anzugsdrehmoment gemäß den Fahrzeug-Spezifikationen angewendet werden und eine anschließende Prüfung erfolgen, ob der Riemen fluchtet.

Als letzte Komponente im Klimakreislauf wird der Trockner eingebaut. Da über die Kältemittelzirkulation im alten Filtertrockner auch ein Teil Kompressoröl enthalten war, muss diese Fehlmenge dem System wieder zugeführt werden. Als Richtwert gelten hier rund zehn Prozent der Gesamtölmenge. Nach Einbau des Trockners muss mit Hilfe der Servicestation umgehend mit der Evakuierung der Klimaanlage begonnen werden, damit schädliche Feuchtigkeit aus dem System entfernt wird. Die Dauer der Evakuierung sollte mindestens 30 Minuten betragen, bei hoher Luftfeuchtigkeit oder in der kalten Jahreszeit witterungsabhängig auch länger.

Nachdem das Klimasystem gemäß Vorgabe des Fahrzeugherstellers wieder mit Kältemittel befüllt ist, ist es wichtig, auf ein korrektes Einlaufverfahren zu achten. Dabei wird das Kompressoröl im Klimasystem verteilt, um die Schmierung zu starten und Schäden direkt nach dem Einbau zu vermeiden. Bei der obligatorischen Abschlussüberprüfung sollte das Temperaturverhalten auf der Saug- und Druckseite am Kompressor bei verschiedenen Motordrehzahlen kontrolliert werden, um eventuell auftretende Fehlfunktionen zu erkennen.


Quelle: amz - auto | motor | zubehör Nr. 3-2015, Auto: Jürgen Rinn